top of page

Alles über Sensitivity-Reading

Eine Frau, die am Schreibtisch vor einem aufgeschlagenen Buch sitzt und eine Lupe vors linke Auge hält. Sie schaut in die Kamera.
Hier sind Textabschnitte von Diana Dua zu sehen, mit ihren Anmerkungen zu einem konkreten Sensitivity-Reading-Auftrag. Die Abschnitte machen deutlich, dass Diana bei ihrer Arbeit in Dialog mit dem jeweiligen Verfasser oder der jeweiligen Verfasserin treten möchte.
Referenz_Sensitivity-Reading_03.png
Referenz_Sensitivity-Reading_02.png

Sensitivity-Reading – was ist das?

Sensitivity-Reading wird manchmal auch als Diversity- oder Authenticity-Reading bezeichnet und ist ein Lektorat zu Inhalten mit sensiblen Themen wie z. B. Rassismus, Sexismus, Queerfeindlichkeit oder Ableismus. Dabei werden Texte, Bilder, Drehbücher, Computerspiele und audiovisuelle Medien von Menschen mit eigenen Diskriminierungserfahrungen analysiert, um klischeehafte, verletzende Ausdrucksweisen oder stereotype Darstellungen aufzudecken und inklusiver zu gestalten. Sensitivity-Reading will keine Aussagen zensieren, sondern vielmehr ein Bewusstsein für die Wirkung unserer Sprache schaffen und helfen, Diskriminierung und Vorurteile abzubauen.

 

Uns allen kann es passieren, dass wir versehentlich verletzende Inhalte verbreiten. Prominentes Beispiel ist Jamie Oliver. Er und sein Verlag zogen nach der Kritik an seinem neuen Kinderbuch die Veröffentlichung zurück. Eine gute Entscheidung – denn die Offenheit für Kritik und Reflexion ist eine ausgezeichnete Chance, inklusive Sprache zu fördern. 

2

Darum ist Sensitivity-Reading

wichtiger denn je

Die Gleichbehandlung aller ist ein Menschenrecht, das mehr denn je geschützt und gefördert werden sollte. Dabei werden die Stimmen marginalisierter Menschen lauter, die Allys zahlreicher – und doch weht den Befürwortenden der Vielfalt heute ein rauer Wind entgegen. Unsere Sprache spiegelt dabei strukturelle Ungleichheiten und Vorurteile wider. Ein Sensitivity-Reading zeigt echte Wertschätzung für jene, die zu lange schon abschätzige Worte und Diskriminierung ertragen mussten. Für diese Menschen kann es unglaublich heilsam sein zu erfahren, dass ein Prozess der Veränderung und Sensibilisierung in Gang gesetzt wird. Ein Prozess, durch den sie und ihre Lebenswelten mehr Sichtbarkeit und echte Teilhabe erhalten. Sensitivity-Reading wird damit zu einer Einladung, aufeinander zuzugehen. 

3

Mein Ansatz beim Sensitivity-Reading

Beim Sensitivity-Reading geht es nicht darum, Worte zu streichen und durch neue zu ersetzen. Vielmehr biete ich zu jedem meiner Textvorschläge eine Erklärung an, die zeigt, warum bestimmte Aussagen kritisch sein können. Auch wenn ich hierbei als PoC meine Perspektive einbringe, verstehe ich mich nicht als Sprecherin für alle PoC.

Mein Ansatz basiert auf Dialog und Reflexion. Sensitivity-Reading ist ein gemeinsamer Prozess, der Raum für Lernen schafft, ohne starre Regeln aufzustellen. Ich möchte wertvolle Anregungen und Alternativen anbieten, wie in den Beispielen (nur in der Desktopversion) – Anregungen, die angenommen, aber auch abgelehnt werden können (letzteres geschieht meist auch mit einer Erklärung). 

4

Meine Vision als Sensitivity-Readerin

Sprache prägt unser Miteinander – das Überschreiten persönlicher Grenzen, sollte eigentlich keinen Platz mehr haben. Kommunikation, die auf Respekt und Mitgefühl basiert, die Menschen zudem in ihren Erfahrungen und Gefühlen ernst nimmt, kann die Welt zu einem freundlicheren Ort für uns alle machen. Daran glaube ich ganz fest. 

Noch mehr dazu findest Du auf der Plattform Sensitivity-Reading

Quelle:

​Linnea, Victoria: Sensitivity-Reading, in: Pertsch, Sebastian (Hrsg.): Vielfalt. Das andere Wörterbuch, 1. Aufl., Duden-Verlag, Mannheim 2023, S. 189-199.

MEIN FOKUS LIEGT AUF:

Bewertung & Generalisierung

Ich prüfe, wie Menschen in Texten dargestellt und welche Rollen ihnen zugeschrieben werden.
 

  • Stark wertende & abwertende Sprache

  • Pauschalisierungen & Verallgemeinerungen

  • Sprachliche Normsetzung

Rassismus, Kolonialgeschichte & narrative Muster

Ich prüfe, ob stereotype Zuschreibungen reproduziert werden und koloniale Denk- und Erzählmuster mitschwingen.

  • Rassistische & koloniale Stereotype

  • Exotisierung & kulturelle Zuschreibungen

  • White-Savior-Narrative

  • Koloniale Erzählmuster
     

Macht & Zugehörigkeit

Ich analysiere, aus welchen Perspektiven erzählt wird, wessen Sicht dominiert und wer unsichtbar bleibt oder ausgeschlossen wird.

  • Othering vs. Zugehörigkeit

  • Ungleiche Machtverhältnisse

  • Repräsentation & Tokenism
     

Körper, Identität &
gesellschaftliche Normen

Ich analysiere, ob Normen über Körper, Identität und soziale Zugehörigkeit gesetzt und vermittelt werden.

  • Gender & Zuschreibung

  • Körperbilder

  • Colorism & visuelle Zuschreibungen

  • Ableistische Sprachmuster

  • Genderbezogene Sprachmuster

  • Klassismus & soziale Zuschreibungen

SÄTZE, DIE NICHT MEHR ZÄHLEN

»Das haben wir doch schon immer so gesagt!«
 
»Das haben wir doch schon immer so gemacht!«
 Manchmal passen Ausdrucks- oder Verhaltensweisen einfach nicht mehr in die Zeit. Ein guter Grund, regelmäßig zu hinterfragen, was noch angemessen und respektvoll ist. Ein bewusster Umgang mit Sprache und Verhalten zeigt, dass wir uns mit gesellschaftlichem Wandel auseinandersetzen und weiterentwickeln.
»Jetzt sei doch nicht so empfindlich!«
»Heute darf man ja gar nichts mehr sagen!«
Solche Aussagen führen häufig dazu, die eigene Verantwortung abzuwälzen und Gefühle anderer zu entwerten. Wahre Wertschätzung bedeutet: Verantwortung für die eigenen Worte zu übernehmen und sich bewusst mit respektvoller Sprache befassen. 
»Das ist überhaupt nicht böse gemeint!«
Auch wenn eine Aussage nicht absichtlich verletzend gemeint ist, kann sie in ihrer Wirkung negativ sein, besonders wenn sie historische oder kulturelle Wunden anspricht. Wörter wie das N-Wort stehen für jahrhundertelange Diskriminierung. Wenn wir uns auf Augenhöhe begegnen wollen, braucht es Perspektivwechsel, den Blick auf historischen Kontext und die Anerkennung von Verletzung.
Delivering Package

Special Offer

Möchtest Du ein kostenloses Probe-Sensitivity-Reading nutzen? Sende mir einfach einen Textabschnitt von bis zu 300 Wörtern zu und Du erhältst innerhalb von fünf Tagen ein kurzes, aber stichhaltiges Feedback von mir. 

bottom of page